Fachkräftemangel ist ein Fakt!

Gemäss Aussagen des Schweizer Spitalverbandes fehlen der Schweiz jährlich bis zu 3‘450 Pflegefachkräfte. Durch die Ausbildung und das Studium werden gerade einmal zwei Drittel des jährlichen Bedarfes gedeckt.

Der Anteil am nichtschweizer Pflegepersonal stellt sich gemäss den Regionen unterschiedlich dar: am Genfer See liegt ihr Anteil bei 53,7%, im Tessin bei 49,4% und im Landesinneren bei 18,4%. Zürich als grösste Stadt der Schweiz hat einen Ausländeranteil von 39,4%. Ist die Schweiz noch vor ein paar Jahren ein beliebtes Land für Pflegefachkräfte aus Deutschland und Polen gewesen, hat sich die Zuwanderung aus diesen Ländern mehr als halbiert.

Hinzu kommt, dass die Verweildauer in den Pflegeberufen bei weniger als sieben Jahren liegt, sodass nicht nur nicht ausreichend Pflegefachkräfte nachrücken, sondern die Fachkräfte frühzeitig ihren Beruf verlassen. Damit steht das Schweizer Gesundheitssystem vor ähnlichen Herausforderungen wie in Deutschland, das seit mehr als dreissig Jahren über einen Fachkräftemangel in der Pflege klagt.

Deutschland ist alt, zumindest wenn man sich die Zahlen des Bundesamts für Statistik ansieht. Die Gruppe der über 60-Jährigen wächst kontinuierlich und mit ihr auch der Bedarf an Pflegepersonal. Nach der jüngsten Pflegestatistik waren 2015 knapp 3 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig – das ist die größte Zahl seit 1999.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2010 werden 2025 rund 193.000 ausgebildete Pflegekräfte fehlen. Eine andere Studie aus demselben Jahr rechnet für 2030 mit 480.000 unbesetzten Vollzeitstellen.

Gemäss PWC Studie und den Prognosen aus dem Jahr 2010 zufolge gab es bereits im Jahr 2011 einen Ärztemangel von 24.200. Es mangelt sowohl an Allgemeinmedizinern/innen (10.800 auf Bundesebene) als auch an Fachärzten/innen (13.400 auf Bundesebene). Die Mangelsituation wird sich bis zum Jahr 2030 verschärfen: Der Ärztemangel auf Bundesebene wird im Jahr 2020 auf 58.700 und im Jahr 2030 auf 166.744 prognostiziert.

Das Programm "svizzera-arrivo!" trägt dazu bei das Pflegeeinrichtungen mit gut ausgebildeten Fachkräften aus Italien ihren Bedarf besser abdecken können und die Personalbeschaffung somit planbar macht.